Zwischenzeitlicher Zustand

•Januar 17, 2009 • Kommentar schreiben

Den Lagebericht zur persönlichen Situation muss ich leider vermeiden, da gewisse Umstände mich zwingen wegzufahren. Es ist kalt geworden in Deutschland, nicht nur hinsichtlich der  Außentemperaturen. Wenn man beschließt, eine Kurskorrektur vorzunehmen, wird man oft für
verrückt gehalten.

Verrückt waren meine letzten vier Jahre,  jetzt befinde ich mich in der Normalität. Ich weigere mich, meine education sentimentale  stattfinden zu lassen, weil ich der Ansicht bin, dass es immer einen Ausweg gibt. Surfen auf der Überholspur…

Weltverständnis

•Dezember 8, 2008 • Kommentar schreiben

Experimenten zufolge scheinen moralische Betrachtungen eine Rolle in den meisten grundsätzlichen Konzeptionen der Menschen zu spielen. Die Implikation liegt darin, dass sich der normale Weg eines Weltverständnisses radikal von dem unterscheidet, das wir  in den Wissenschaften suchen. Obwohl dieses keine besondere Form einer semantischen Fragestellung beinhaltet, existiert eine Form, die man paradigmatischerweise als philosophisch bezeichnen würde.
Bekanntlicherweise beinhaltet das 20. Jahrhundert das Entstehen einer neuen Art von Philosophie, die eher technische Diskussionen über Sprache und  Logik beinhaltete.
Man möchte fast glauben, dass die eher traditionelleren Fragen der Philosophie beendet seien.

Alternativfrage

•Dezember 6, 2008 • Kommentar schreiben

Wer oder was sorgt dafür, dass das, was ich wähle, dieses ist und  nicht jenes? Bin ich es, die die Entscheidungen trifft, oder ist es irgendetwas in mir, das für mich die Entscheidungen trifft?  Z.B. ein cartesianischer Homunculus?

Wenn ich es bin, die entscheidet, wer oder was bin ich dann? Alternativerweise, wenn es einen Homunculus gibt, kann ich dann sagen, dass ich die Entscheidung nicht mag und mich weigere sie auszuführen? Oder kann ich in gewisser Weise zu ihrer Ausführung gezwungen werden?
Im ersten Falle gibt es keinen Homunculus, der für mich auswählt, da ich am Ende die Entscheidungen treffe. Im zweiten Falle bin ich dazu bestimmt, der Wahl zu folgen, die mir auferlegt wurde. Fragt sich nur, was dann der Unterschied zwischen mir und dem Homunculus ist?
Merkwürdigerweise gibt es etwas in mir, das an meiner Stelle entscheidet, da ich mich zuweilen wie eine ferngesteuerte Marionette fühle.

Freiheit

•Dezember 5, 2008 • Kommentar schreiben

In der Antike wurde Freiheit vorwiegend als Freiheit der Polis verstanden.  Das gesellschaftlich freie Miteinanderleben bildete sich erst in der Neuzeit aus einem Autonomieverständnis heraus. Durch einen Anstoß von Kierkegaard wurde im 20.Jhdt. innerhalb der Existentialphilosophie Freiheit thematisiert.

Verlegenheit

•November 21, 2008 • 1 Kommentar

Wie sollte ich beschreiben wie es mir schon seit Tagen geht? Ich habe in letzter Zeit wenig in dieses Weblog geschrieben, da ich mehr die Online – Kommunikation ausprobiert habe. Allerdings sind diese virtuellen Eskapaden wenig von Erfolg gekrönt. Wesentliches scheint zu fehlen.  Was passiert, wenn das logon didonai versagt und wir von der „Dämonie“ der Sache sprechen müssen? Hans Blumenberg ist der Ansicht, dass wir zwar in der Lage sind „ein Problem “ zu empfinden aber es zu formulieren in unausgesetzter Verlegenheit sind.

Vielleicht ist dieses Problem auch reine Technikverdrossenheit, die sich in meiner UMTS – Leistung manifestiert.

Dennoch warten wir irgendwie  alle auf das Gegenüber, das uns versteht.

Privatssphäre

•November 2, 2008 • Kommentar schreiben

Als die erste Ausgabe von „Verstand und Gefühl“ veröffentlicht wurde,
waren alle 750 Exemplare im Juli 1813 ausverkauft. So wurde eine zweite
Ausgabe für Oktober 1813 anvisiert. Die erste Edition wurde veröffentlich
mit dem Autor „only by a lady“. Die zweite Ausgabe war ebenso anonym und
versehen mit dem Zusatz „von der Autorin von Stolz und Vorurteil“.
Nur der zentrale Kern von Austens Familie wusste von ihrer Autorenschaft.
Obwohl ihr das anonyme Publizieren die Reputation als Autorin kostete, ermöglichte
es ihr, ihre Privatsphäre  in einer Zeit zu bewahren, in der das Betreten der öffentlichen
Sphäre mit einem Verlust von Femininität assoziiert wurde.

Zur Situation

•Oktober 22, 2008 • Kommentar schreiben

Gestern war ich auf einer Geburtstagsfeier gewesen, auf der sich die meisten Gäste zwischenzeitlich angeschwiegen haben. Ich hätte zwar von meinen Erlebnissen auf der Frankfurter Buchmesse noch ausführlicher berichten können, vorallem darüber, wie man eine geballte Informationsflut in drei Leinentaschen mit nach Hause nimmt, aber ich habe es unterlassen.

Zudem kommen momentan familiäre Probleme hinzu und ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, langsam psychotisch zu werden, wenn ich mich nicht distanziere. Ich stelle fest, dass ich so misstrauisch geworden bin, dass ich mich fast niemandem mehr gegenüber zu öffnen vermag. Sprechen ist momentan ein wohltemperiertes Geräusch, das sozial über die Isolation hinwegtäuscht.

Einsamkeit

•September 10, 2008 • Kommentar schreiben

 

Ich fand dieses Bild auf Deviant.com.

Persönliche Besorgnis wird transformiert in einen post-apokalyptischen Alptraum – das Subjekt scheint verloren.

 

Harmonie versus Panik

•September 9, 2008 • Kommentar schreiben

Harmonie im nicht- musikalischem Sinne, ist ein Konzept, das vielen Kulturen gemein ist, da es ein „metaphysisches „Phänomen beschreibt.
Wie schon im alten Griechenland ist Harmonie die Interaktion von mindestens zwei Teilen , um ein Ganzes zu erzeugen, welches die Eigenschaften seiner Elemente transzendiert.

Heute stand ich in beständiger Interaktion mit meinem alten Rechner, um eine Linux-Version zu installieren. Ich bekam lauter Fehlermeldungen und werde mich gleich zum nächsten Mal heransetzen müssen.  Schön waren kleine Konsolenmeldungen wie „keine Panik“.  Nachdem ich nun keinen Masterbootrecord mehr habe, bin ich ziemlich in Sorge.

Warten auf Godot

•September 4, 2008 • Kommentar schreiben

Die Handlung des Theaterstücks  “Warten auf Godot“ lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Warten. Samuel Beckett sprengt damit jedwede Erwartungen an ein Drama. In Warten auf Godot passiert nichts, es gibt keine tiefgründigen Charaktere, sondern clowneske Figuren. Statt großer Monologe macht sich der Eindruck eines unverständlichen Gefasels breit. Zwei Männer, Vladimir und Estragon, warten auf einer Landstraße, neben einem kleinen Baum, auf jemanden namens Godot. Sie wissen nicht, was sie von Godot wollen, Sie wissen nicht, was er ist und ob er jemals existiert hat und ob er kommen wird. Vladimir und Estragon vertreiben sich die Zeit mit Reden. Doch ihre Versuche miteinander zu sprechen scheitern unaufhörlich. Sie reden aneinander vorbei, produzieren Mißverständnisse, wiederholen sich.

Wer oder was ist Godot? Ist Godot vielleicht Gott? Oder ist Godot vielleicht gar nichts?

Die Häftlinge von San Quentin, die sich dieses Stück ansahen, waren der Ansicht, dass Godot für das Draussen steht – etwas worauf man ewig wartet und das sich, sobald man es bekommt, als herbe Enttäuschung entpuppen wird.