Warten auf Godot

Die Handlung des Theaterstücks  “Warten auf Godot“ lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Warten. Samuel Beckett sprengt damit jedwede Erwartungen an ein Drama. In Warten auf Godot passiert nichts, es gibt keine tiefgründigen Charaktere, sondern clowneske Figuren. Statt großer Monologe macht sich der Eindruck eines unverständlichen Gefasels breit. Zwei Männer, Vladimir und Estragon, warten auf einer Landstraße, neben einem kleinen Baum, auf jemanden namens Godot. Sie wissen nicht, was sie von Godot wollen, Sie wissen nicht, was er ist und ob er jemals existiert hat und ob er kommen wird. Vladimir und Estragon vertreiben sich die Zeit mit Reden. Doch ihre Versuche miteinander zu sprechen scheitern unaufhörlich. Sie reden aneinander vorbei, produzieren Mißverständnisse, wiederholen sich.

Wer oder was ist Godot? Ist Godot vielleicht Gott? Oder ist Godot vielleicht gar nichts?

Die Häftlinge von San Quentin, die sich dieses Stück ansahen, waren der Ansicht, dass Godot für das Draussen steht – etwas worauf man ewig wartet und das sich, sobald man es bekommt, als herbe Enttäuschung entpuppen wird.

~ von temporarilysilent am September 4, 2008.

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