Noema

•August 27, 2008 • Kommentar schreiben

Während sich Erfahrung durch Signifikanz repräsentiert, ist Erfahrung nicht nur eine
Sprache oder Signifikanzsysteme im Allgemeinen: Die Erfahrung existiert vor der Signifikanz zur selben Zeit wie die Signifikanz sie zur Bedeutung bringt. Während Signifikanz der Erfahrung zur Selbstwerdung verhilft, gibt es einen Überschuss an Bedeutung (noema); dieser entkommt der Artikulation, sogar dann ,wenn er von ihr geformt wurde, und so gibt es immer ein Beinah-Gesagtes, eine Forderung nach Metaphern, Bildern, Erzählungen…

Wenn wir das „in der Welt sein“ sind, wie Heidegger formulierte, dann ist das ein komplexes Phänomen. Aber Welt bleibt immer übrig, sie erschöpft sich nicht durch Symbolisierung.

Dieses Mehr an Bedeutung mag an die Dekonstruktion erinnern, aber phänomenologische Hermeneutik tendiert dahin ein Mehr an Bedeutung in der Selbstpräsenz oder im „In-der-Welt-Sein“ zu finden als in Zeichen, obwohl diese Trennung nicht zur Gänze verständlich ist.

Über hermeneutische Prinzipien:

•August 21, 2008 • 4 Kommentare

Wir leben in der Welt: in der Geschichte, in der Konkretion: Wir leben nirgendwo anders und alle Bedeutung ist nur Bedeutung in Verbindung zur besonderen, historischen Existenz.

Unsere Existenz als Wesen beinhaltet: unsere Situation, unser Handwerkzeug mittels dessen wir die Welt manipulieren und artikulieren und unser Vorverständnis der Welt. Wir teilen die Welt durch gewöhnliche Symbole. Wir können nicht die Welt eines anderen teilen außer durch die Mediation unserer symbolischen Welt – das ist z.B. ein Text mit einem oder mehreren Kontexten. Wenn jemand einen anderen „versteht“ bedeutet das, dass er sehr stark in den Symbolen und Kontexten dieser anderen Person lebt.

Latent und manifest

•August 18, 2008 • Kommentar schreiben

In Freuds Werk geht um Stimuli. Diese sind für einen Menschen essentiell,
Um,wenn er schläft, ungestört weiter zu schlafen, müssen negative Emotionen,
verbotene Gedanken und unbewusstes Verlangen zensiert werden. Sonst würde der
Träumer gequält werden, sobald man ihn damit konfrontieren würde und eventuell
aufwachen. Deshalb führt ein richtig verstandener Traum zu einem größeren
Verständis des Unterbewussten.

Freud´glaubte, dass der Traum aus zwei Teilen besteht – mit manifesten und dem latenten Inhalt.

Der manifeste Teil kann als das gedacht werden, woran sich eine Person erinnert, sobald sie wach wird, als das, was sie bewussterweise jemandem beschreiben kann. Freud meint, dass der manifeste Teil keine wahre Bedeutung hat, weil er den zugrundeliegenden, verborgenen Gedanken des Traumes bildet.

Auf der anderen Seite enthält der latente Teil die wahre Bedeutung des Traumes – die verbotenen Gedanken und die unbewussten Begierden.

Konzentrationsstörung

•August 16, 2008 • 3 Kommentare

Der Tag beginngt ruhig während sich der Morgen durch die Strassen kippt wie saure Milch.  Ich trinke Kaffee und streife mit einem Blick meine Grammatik (Altgriechisch). Eigentlich müsste ich lernen aber noch kann ich mich nicht aufraffen.  Stattdessen sehe ich die Schatten an der Höhlenwand. Selbst die Konzentration auf meine musikalischen Lieblingsstücke führt nicht weiter. Es herrscht gähnende Leere. Vielleicht werde ich mich nachher noch motivieren können, ein bisschen zu lesen. Momentan fällt das Fassen klarer Gedanken schwer.

Warten

•August 11, 2008 • Kommentar schreiben

Es gibt Tage, an denen nichts Wesentliches passiert, in denen sich die Gleichförmigkeit ähnelt. Ich habe ein wenig in dem Kalendarium und den philosophischen Tagebüchern  von Schelling gelesen, natürlich in einer editierten Version.

Anschließend las ich noch ein Kapitel in Rorty´s  „Spiegel der Natur“ und gleichzeitig war mir als wäre das heute vergebene Liebesmühe, weil ich keinen klaren Gedanken zu fassen vermochte

Der Abend senkt sich jetzt ganz sacht und ich warte auf den Anbruch der Nacht und hoffe später friedlich einzuschlafen.

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Altgriechisch mit Hindernissen

•August 8, 2008 • Kommentar schreiben

Wir haben uns heute zu dritt bei Jh.Rocky getroffen. Wiederum geht es um das Erlernen der Majuskeln und Minuskeln. Bislang leben wir von meinen Fotokopien und ich bin am überlegen, ob wir für morgen nicht Schreibübungen machen sollen. Wir haben einen absoluten Newbie, einen Graecums-Spezialisten und mich mit 12 Griechisch-Lektionen an Erfahrung. Nun müssen wir daran arbeiten, alle „Hellas“ – gerecht auf den gleichen Stand zu bringen ohne dass jemand abspringt.

Internetprobleme tun sich auf, weil der PC von rachmaninow vollkommen brach liegt. Vielleicht können wir einige Probleme altsprachlicher und pc-technischer Art morgen lösen. Die Energie ist da – zumindest habe ich das in einem Forum geschrieben. Aber wird die Energie ausreichen, um dieses Projekt auch im Internet zu lancieren. Dahingehend habe ich meine Befürchtungen.

Meridiane

•Juli 31, 2008 • Kommentar schreiben

Ein weiterer langer Abend in dieser Woche. Es ist immer noch quälend heiß und ich vermisse meine Freunde. Ich habe heute einen podcast von einem menschenleeren Wien gehört während ich alleine in einer menschenleeren Wohnung sitze. Diese Meridiane der Einsamkeit…

 Das Innen gleicht dem Außen.

Im Treppenhaus streitet sich ein Pärchen. Man hört keine Worte – nur Laute. Die Stimme des Mannes klingt vorwurfsvoll und die Stimme der Frau zerknirscht. Nun hasten Schritte durch den Treppenaufgang und am Motorengeheul des Motorrads hört man wie er sich entfernt. Stille kehrt ein.

Höhlensituationen

•Juli 31, 2008 • Kommentar schreiben

Es ist eine warme Sommernacht. Die Hitze steht in der Wohnung, obwohl ich die Fenster zum Lüften geöffnet habe.

„Wir müssen eine Erkenntnis haben über uns selbst“, dringt es aus dem Fernseher. Nebenher erklingen Töne aus dem griechischen Restaurant von Gegenüber. Man feiert und prostet sich zu. Zu meiner Linken befindet sich die letzte Flasche Selters – diese ist bereits halb leer. Währenddessen beginnt in meiner Höhle ein Sturz aus dem Hohen ins Niederste. Hunger, Durst und vielleicht ein kleines bisschen Aufmerksamkeit  – diese knappe Ressource. Die Staatshöhlen hingegen sind hermetisch verschlossen. Es gibt keine Ausgänge. Bei Hardt/Negri heißt es hingegen, dass es kein Außen außerhalb des Empires gibt…

vieni qui – de interpretatione

•Juli 26, 2008 • Kommentar schreiben

Wenn der Ausdruck „qui“ (hier) ein Zeichen ist, das in etwa bedeutet „genau der Ort an dem ich mich befinde“, ist dann der von jemand anderem  gerufene Ausdruck „vieni qui“ (komm her) ein Zeichenkomplex oder ein Zeichen?

Und wenn man den Ausdruck „qui“ untersucht, würde dieser ein Zeichen oder ein Zeichenkomplex sein?

Als Zeichenkomplex bedeutet dann  „qui“ „genau der Ort, an dem ich mich befinde“ vom Standpunkt des Sprechenden aus: Vom  Standpunkt des Hörenden aus bedeutet er „genau der Ort, an dem er sich befindet:“ In diesem Sinne fasse ich ihn auf, wenn ich hingehe, um der Aufforderung Folge zu leisten. Ist dieser Ausdruck nicht deshalb ein einziges Zeichen, weil er sich in eine Geste übersetzen läßt?

Schon die antiken Denker haben nach der kleinsten Zeicheneinheit gesucht. Aristoteles unterschied zwischen 3 Kategorien : onoma, rhema und logos.

Bekenntnisse

•Juli 11, 2008 • 2 Kommentare

Ich habe gestern noch ein wenig in den Bekenntnissen des Augustinus gelesen.  Er schreibt „Was gab es in meinem Augen denn schon Verworfeneres als mich, wo ich schon meinem Erzieher, meinen Lehrern und Eltern missfiel, täuschte ich sie doch mit unzähligen Lügen,weil ich spielen wollte…

Dieses Gefühl von Täuschung kennne ich nur zu gut. Doch wen täusche ich und um wessen Preis?